Zwischen Wunsch und Wirklichkeit: Innovationen bei Stadtwerken und Regionalversorgern

15 Februar 2012


Studie von Logica und den Energieforen Leipzig deckt Defizite im Innovationsmanagement auf

Obwohl über die Hälfte der Stadtwerke und Regionalversorger davon überzeugt ist, mindestens ansatzweise ein systematisches Innovationsmanagement durchzuführen, hat mit acht Prozent nur ein Bruchteil von ihnen klare und verbindliche Kriterien zur Beurteilung von Innovationen. Handlungsbedarf zeigt sich darüber hinaus in Bezug auf die organisatorische Verankerung und ein strukturiertes Vorgehen. Dies sind Ergebnisse der aktuellen Studie „Innovationen bei Stadtwerken und Regionalversorgern“, die Logica in Zusammenarbeit mit den Energieforen Leipzig durchgeführt hat. Hierzu wurden im November und Dezember 2011 über fünfzig Vertreter deutscher Stadtwerke und Regionalversorger befragt.

An Aktivität mangelt es indes nicht. Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen hat ihre Innovationstätigkeiten in den zurückliegenden zwölf Monaten ausgeweitet. Als stärksten Innovationstreiber nehmen die Studienteilnehmer dabei die enorme Veränderung des Energiemarktes wahr. Größte Bedeutung messen sie dem Einsatz erneuerbarer Energien und der dezentralen Energieversorgung zu. In diesen Bereichen sind sie auch bereits aktiv: 79 Prozent haben den Markteintritt in Bezug auf erneuerbare Energien vollzogen, bei 64 Prozent ist die dezentrale Energieversorgung bereits an der Tagesordnung.

„Stadtwerke und Regionalversorger können und werden im Zuge der Energiewende eine neue Rolle im Energiemarkt einnehmen“, bekräftigt Dr. Johannes Viereck, Sector Head Energy, Utilities and Telecom und Mitglied der Geschäftsführung bei Logica in Deutschland. „Ihr Innovationsmanagement gestalten Stadtwerke und Regionalversorger allerdings noch eher intuitiv. Um in der Zukunft mit Innovationen erfolgreich zu sein, müssen sie es systematisch ausgestalten und stärker organisatorisch verankern“, rät Viereck.

Innovationen verursachen oft Kosten, statt sie zu senken

In den vergangenen beiden Jahren auf den Weg gebrachte Produkt- und Prozessinnovationen erzielten nach Einschätzung der Befragten zum großen Teil lediglich geringe bis mittlere Wirkung. Je etwa ein Drittel der Befragten nannte einen Rückgang der Kündigungsquote und die Gewinnung neuer Kunden als erzieltes Ergebnis. Jedoch gaben nur 16 Prozent an, dass ihre Produktinnovationen den Umsatz in nennenswertem Maße steigern konnten. Deutlicher noch die Ergebnisse in Bezug auf Prozessinnovationen: Nur in zehn Prozent der Fälle führten sie zu wesentlichen Kostenreduktionen. Im Gegenteil dazu rechnen 42 Prozent der Befragten mit dauerhaft erhöhten Kosten für IT, die sie vor allem den Innovationsfeldern „Smart Home“, „virtuelle Kraftwerke“ sowie „Elektromobilität“ und „dezentrale Energieversorgung“ zuschreiben.

Kooperationen und Netzwerke unterstützen das Innovationsmanagement

Auf dem Weg zu einer Institutionalisierung des Innovationsmanagements setzen viele Stadtwerke und Regionalversorger auf Kooperationen und Netzwerke. „Häufig sind relevante Innovationen oder Teilbereiche davon schon in anderen Branchen oder Regionen initiiert. Daher ist ein Blick über den Tellerrand lohnend. Um größtmögliche Potenziale und auch Synergien auszuschöpfen, sollten Energieversorger Kooperationen für relevante Innovationsprojekte in Erwägung ziehen“, empfiehlt Viereck. Um ausreichend Finanzmittel für Innovationsprojekte zur Verfügung zu haben, ist es laut dem Branchenexperten außerdem unabdingbar, Fördermöglichkeiten zu berücksichtigen und mindestens auf regionaler Ebene politisch und wirtschaftlich Netzwerkarbeit zu betreiben.

Studienaufbau

Für die Studie „Innovationen bei Stadtwerken und Regionalversorgern“ von Logica und den Energieforen Leipzig wurden im November und Dezember 2011 deutschlandweit 52 Fach- und Führungskräfte befragt. Die Studienteilnehmer aus kleinen und mittleren Stadtwerken sowie großen bis sehr großen Regionalversorgern gehören den Bereichen Geschäftsführung, Vertrieb, Marketing, Technik und Innovationsmanagement an.

Hinweis für Redaktionen: Die Studie kann von Journalisten bei Fink & Fuchs PR oder über die Logica-Pressestelle bezogen werden.

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